Trauer um tote Kaninchen, Freude über Alpakas

Freud und Leid in dem kleinen Peniger Tierpark: Während 20 gestorbene Kaninchen bald ersetzt werden sollen, ziehen zwei niedliche Felltiere die Blicke auf sich.

Von Babette Philipp
erschienen am 19.08.2017

Penig. Gerade erst sind die Stallungen für die Kaninchen in dem kleinen Peniger Tierpark Köbe neu gestaltet worden. „Sie sind größer, freundlicher und besser angepasst an die Bedürfnisse der Tiere“, sagt Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt. Aber zur Zeit stehen sie leer. Denn ihre Bewohner – 20 Kaninchen – sind gestorben, offenbar der Chinaseuche zum Opfer gefallen. Und das, obwohl sie geimpft waren. „Die Kaninchen, wie auch alle anderen Tiere, werden so, wie es uns unser Tierarzt empfiehlt, behandelt und geimpft“, betont Tschök-Engelhardt.

Warum die Kaninchen dennoch gestorben sind, bleibt unklar. Aber es war in jüngster Zeit gehäuft zu Todesfällen durch die Chinaseuche gekommen, die in Sachsen dieses Jahr offenbar ein Schwerpunkt ist. Erschwerend: Zu der herkömmlichen Krankheit (RHD) hat sich eine von Frankreich hereingetragene Variante der Chinaseuche, RHD2, nach Sachsen ausgebreitet. Um die Tiere zu schützen, gibt es laut einem Tierarzt aus der Region zwei Möglichkeiten: Statt wie sonst üblich nur einmal, impfe man die Tiere nach drei Wochen ein zweites Mal und danach jedes halbe Jahr. Ein spezieller Impfstoff gegen RHD2 aus Frankreich schütze nach einmaliger Impfung ein Jahr. Doch er wurde erst Ende April in Deutschland zugelassen worden. Viele Jungtiere wurden daher spät geimpft.

Zudem braucht es laut dem Tierarzt einige Tage, bis die Immunität aufgebaut ist. „Wenn die Seuche schon im Bestand war, kam die Impfung zu spät.“ Das habe er in der Region von Geithain bis Lunzenau erst vor Kurzem extrem erlebt. Halter, die nicht impfen ließen, hätten innerhalb von Tagen alle Tiere verloren, auch in geimpften Beständen sei es zu Verlusten gekommen. Deshalb waren mehrere Kaninchenausstellungen in der Region ausgefallen. Nicht so die Rochlitzer Jungtierschau. Sie soll nächstes Wochenende wie geplant stattfinden. „Wir müssen einen mächtigen Einbruch hinnehmen, halten aber an der Schau fest“, sagte Ausstellungsleiter Alexander Ferks. Mit etwa 1300 Tieren würden rund ein Drittel weniger Kaninchen als sonst präsentiert, mit 225 Züchtern falle man erstmals seit vielen Jahren unter die 300er-Marke. Der Aufbau für die Ausstellung sei bereits abgeschlossen, am Mittwoch kommen die Tiere. Am Donnerstag werden sie bewertet, Freitag bis Sonntag können sie bewundert werden.

Wann man in der Köbe wieder Kaninchen bewundern kann, ist indes unklar. „Wir mühen uns, schnell Ersatz zu bekommen, weil die flauschigen Langohren besonders für die Kinder ein Besuchermagnet sind“, sagte Tschök-Engelhardt.

Unterdessen können sich die Besucher der Köbe über zwei Neuzugänge freuen, die ebenso kuschelig sind und die jüngsten Gäste begeistern dürften: Alpakas. Sie sind zwar nur vorübergehend da, wie Tschök-Engelhardt erklärt „sozusagen als Sommerfrischler“, seien aber sehr beliebt bei den Besuchern. Bis etwa Oktober, solange Grünfutter da ist, werden die Alpakas in der Köbe sein.

Quelle: Freie Presse , 19.08.2017